Servicezentrum Deutschlandstipendium

Das vom Stifterverband eingerichtete Servicezentrum ist der erste Ansprechpartner für Unternehmen, Privatpersonen, Stiftungen sowie Hochschulen zum Thema Deutschlandstipendium.

Website des Servicezentrums Deutschlandstipendium

Die Bundesregierung hat im Sommer 2010 das nationale Stipendienprogramm verabschiedet, das begabte und leistungsstarke Studierende unterstützt und die finanziellen Hürden einer akademischen Ausbildung senken soll. Ziel ist, das Deutschlandstipendium neben BAföG, Bildungsdarlehen und den Stipendien der Begabtenförderungswerke als vierte Fördersäule zu etablieren.
Seit dem Sommersemester 2011 erhalten die Stipendiaten eine monatliche Unterstützung von 300 Euro. 150 Euro davon müssen die Hochschulen bei privaten Geldgebern einwerben. Die restlichen 150 Euro übernimmt der Bund.

Je nach Anzahl der Studierenden erhalten die Hochschulen ein Kontingent an Deutschlandstipendien, die sie über ein geeignetes Auswahlverfahren verteilen können. Mittelfristig sollen bis zu acht Prozent aller Studierenden an deutschen Hochschulen vom Deutschlandstipendium profitieren.

Das Servicezentrum Deutschlandstipendium berät Unternehmen, Stiftungen, Vereine und andere private Förderer sowie Hochschulen neutral und kompetent bei allen Fragen rund um das Deutschlandstipendium. Dazu hat es eine Infohotline eingerichtet, unter der Interessenten eine erste kostenlose Beratung sowie aktuelle Informationen erhalten.

Darüber hinaus bietet das Servicezentrum teilnehmenden Hochschulen die Möglichkeit, nicht ausgeschöpfte Stipendienkontingente mitzuteilen. Diese Information stellt es interessierten Förderern zur Verfügung. Ziel ist es, freie Stipendienkontingente rechtzeitig zu identifizieren, damit das vorhandene Förderpotenzial voll genutzt werden kann.

Das Servicezentrum Deutschlandstipendium wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Deutschlandstipendium im Ländercheck

Das Deutschlandstipendium 2015 – 
ein Vergleich der Bundesländer nach Vergabeerfolg und -entwicklung

In den letzten fünf Jahren hat sich das Deutschlandstipendium in der Hochschulwelt fest etabliert: Im Jahr 2015 haben die rund 280 teilnehmenden Hochschulen insgesamt über 24.000 Stipendien vergeben. Dies sind 8 Prozent mehr als im Vorjahr und viereinhalb Mal so viele wie zum Programmstart im Jahr 2011.

Der Anteil von Deutschlandstipendiaten an allen Studierenden eines Bundeslandes ist im Saarland, Bremen und Sachsen am höchsten, in Hamburg, Schleswig-Holstein und Berlin am niedrigsten. Im Vergleich zum Vorjahr konnte diese Schlussgruppe deutlich zulegen.

Insgesamt hängen Erfolge bei der Förderergewinnung vor allem von der Bereitschaft einer Hochschule ab, dieses Förderinstrument von talentierten und engagierten Studierenden aktiv zu gestalten. An vielen Hochschulen profitieren die Stipendiaten mittlerweile auch von ideellen Begleitmaßnahmen in Form von Workshops, Mentoring-Programmen und Netzwerkveranstaltungen.

 

Daten & Fakten zum Deutschlandstipendium

25.500 Deutschlandstipendiaten im Jahr 2016.
Zum Vergleich: 2015  24.300 (Steigerung um 5 Prozent).

Die private Gesamtfördersumme (zum Beispiel von Unternehmen, Stiftungen und Einzelpersonen) beläuft sich bis jetzt auf 113 Millionen Euro (2015: 87 Millionen Euro).

Die größte Zahl von Stipendiaten gab es 2016 in Nordrhein-Westfalen (7.754), das im Ländervergleich auch den größten Zuwachs (plus 730 Geförderte) hatte.

7.700 private Förderer wurden gezählt (inkl. Doppelzählungen von Förderern an mehreren Hochschulen, 2016).

Quelle: Destatis

Evaluation und Begleitforschung

Stellungnahme des Stifterverbandes zu den Ergebnissen der Evaluation

Das Stipendienprogrammgesetz (StipG) sieht eine Evaluation des Deutschlandstipendien-programmes nach Ablauf von vier Jahren vor. Sie soll prüfen, ob an allen Hochschulstandorten ausreichend private Mittel für die Vergabe von Deutschlandstipendien eingeworben werden können oder ob Ausgleichsmaßnahmen zu ergreifen sind (vgl. StipG §15). Zusätzlich wurde eine Begleitforschung in Auftrag gegeben, die sich insbesondere mit der Sozialstruktur der Stipendiaten und der Zusammensetzung und Motivation der Förderer befasst.

Die vorliegenden Ergebnisse von Evaluation und Begleitforschung sind aus Sicht des Stifterverbandes ermutigend und zeigen, dass sich das Deutschlandstipendium in den letzten Jahren fest in der Hochschulwelt etabliert und vielerorts eine neue Stipendienkultur angeregt hat. Dies deckt sich mit eigenen Erfahrungen und Erhebungen von Stifterverband und Servicezentrum Deutschlandstipendium (zum Beispiel Ländercheck Deutschlandstipendium 2015 und Bildungsinvestitionen der Wirtschaft 2012).

Wesentliche Voraussetzung für das Gelingen das ist die erfolgreiche Einbindung von privaten Förderern wie Unternehmen, Stiftungen, Privatpersonen, Vereinen und Verbänden. Dazu liefern Evaluation und Begleitforschung die folgenden bemerkenswerten Ergebnisse:

  • Für 32 Prozent der privaten Mittelgeber war das Deutschlandstipendium der Auslöser, erstmalig eine Kooperation mit einer Hochschule zu beginnen, beziehungsweise sich überhaupt im Bereich der Begabtenförderung zu engagieren. Dies zeigt, dass das Deutschlandstipendium hier bislang ungenutzte Potentiale hebt und den Aufbau von Netzwerken zwischen der Hochschule und privaten Unterstützern maßgeblich fördert.
     
  • Viele der privaten Förderer unterstützen das Deutschlandstipendium über einen längeren Zeitraum hinweg. 86 Prozent wollen sich auch künftig für das Deutschlandstipendium engagieren. Dies spricht für eine hohe Qualität und nachhaltigen Nutzen des Programmes für Studierende, Hochschulen und Förderer.
     
  • Bei Unternehmen, der mit einem Anteil von über 60 Prozent größten Förderergruppe, ist das Deutschlandstipendium für viele Branchen gleichermaßen attraktiv. Eine hohe Beteiligung findet sich beispielsweise in den Bereichen Banken, Versicherungen, IT, Chemie, Pharma, Maschinenbau, Kfz-Produktion und -Zulieferung. Knapp 70 Prozent der Unternehmen haben mehr als 250 Beschäftigte und erwirtschaften über 50 Mio. Euro Jahresumsatz. Nachholbedarf besteht daher noch bei der Einbindung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Gemessen an ihrem Anteil in der Gesamtwirtschaft sind die KMUs hier unterrepräsentiert und sollten durch weitere (Werbe-)Maßnahmen eingebunden werden.
     
  • Jeder dritte Förderer wurde von dem Hochschulpräsidenten beziehungsweise Rektor einer Hochschule persönlich auf das Deutschlandstipendium angesprochen, 46 Prozent durch das Hochschulpersonal. Dies unterstreicht, wie wichtig das Bekenntnis und eine breite motivationale Basis für dieses Förderinstrument bis hinauf in die Leitungsebene einer Hochschule ist.
     
  • Die Etablierung des Deutschlandstipendiums war insbesondere an den Hochschulen erfolgreich, die es zum Anlass genommen haben, langfristig professionelle Fundraisingstrukturen auf- beziehungsweise auszubauen. Dazu zählen beispielsweise klare Zuständigkeiten seitens des Personals, ein langfristiger Beziehungsaufbau mit privaten Partnern, die Intensivierung der Alumni-Arbeit und der Aufbau einer vielschichtigen Fördererstruktur aus Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen (anstelle einer Konzentration auf wenige Großförderer).
  • An 90 Prozent der staatlichen Hochschulen werden bereits Deutschlandstipendien vergeben. Die Einbindung von privaten Hochschulen sollte durch entsprechende kommunikative Maßnahmen erhöht werden.
     
  • Grundsätzlich kann die Empfehlung, die Etablierung einer umfassenden und langfristigen Stipendien- und privaten Förderkultur in die Zielvereinbarungen zwischen Hochschulen und Ländern mit aufzunehmen, nur nachdrücklich unterstützt werden.

Durch die Ergebnisse aus Evaluation und Begleitforschung fühlt sich der Stifterverband in seiner Arbeit bestätigt, die Entwicklung dieses Förderprogrammes durch eigene Maßnahmen wie das Servicezentrum Deutschlandstipendium und die dort durchgeführten Projekte wie Workshops, Wettbewerbe und Veröffentlichungen aktiv zu unterstützen.

Kontakt

Dr. Alexander Tiefenbacher

ist Projektleiter "Servicezentrum Deutschlandstipendium".

T 030 322982-514
F 030 322982-515

E-Mail senden

Hinweis für Studierende

Studierende wenden sich bitte direkt an die teilnehmenden Hochschulen, um sich über die Zugangsvoraussetzungen und das Verfahren zu informieren. Weitere Informationen rund ums Deutschlandstipendium gibt es auch auf dem zentralen Internetportal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zum nationalen Stipendienprogramm.