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Primus-Preis des Monats für Kiezrebellion in Sachsen-Anhalt

16.10.2017

Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung der Stiftung Bildung und Gesellschaft geht im Oktober 2017 an die Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. für ein stadtteilorientiertes und interkulturelles Jugendprojekt.

Im eigenen Stadtteil sich mit kreativen, künstlerischen und politischen Aktivitäten engagieren – darum geht es bei der Kiezrebellion in Magdeburg, Stendal und Eisleben.

Das Projekt holt insbesondere solche Jugendliche ab, die sich von anderen außerschulischen Bildungsangeboten nicht angesprochen fühlen. Nun haben sie die Chance, in Kooperation mit sozialen Einrichtungen etwas vor Ort zu bewegen. Das Projektteam motiviert die jungen Menschen im Alter zwischen 14 und 27 Jahren, Verantwortung für ihr Wohnviertel zu übernehmen.

Ein Beispiel: Der Kiezgarten in der Altstadt Magdeburgs zeigt, wie Beteiligung funktionieren kann. Auf einer zuvor vermüllten Brache ist eine kleine grüne Oase entstanden. Die im Quartier lebenden Kinder und Jugendlichen sammelten Ideen, wie sich das Vorhaben in die Tat umsetzen ließ. Aus alten Paletten errichteten sie einen Zaun, bauten Sitzbänke und bepflanzten Hochbeete. Aus der Nachbarschaft kamen Pflanzenspenden und Wasser zum Gießen. Gemeinsam wollen sie sich nun dauerhaft um den Garten kümmern und haben ein Sommerfest gefeiert.

Foto: Patrick Sossinka
Das Kiezrebellion-Team: Laura Schrader, Saeed Hashemi und Janine Weidanz (v.li.)
Foto: Melanie Tavernier
Der Nachbarschaftsgarten in Magdeburg
Foto: Laura Schrader
Ideensammlung für den Kiezgarten

"Es soll ein neues Gemeinschaftsgefühl entstehen", erklärt Laura Schrader von der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. Die Aktionen eröffnen einen neuen Blick auf den Stadtteil und die Menschen, die dort leben. Das gilt auch für ein Fotoprojekt in Magdeburg-Südost, dessen Teilnehmer sich hier erst kennengelernt haben, obwohl sie schon länger quasi Tür an Tür gelebt hatten. In Stendal haben Jugendliche eine leerstehende Markthalle künstlerisch gestaltet. "Sie erleben, dass sich Beteiligung und Engagement lohnen", so Schrader. Das von der Aktion Mensch geförderte Projekt ist im Herbst 2015 gestartet und läuft noch bis August 2018. Die Kiezrebellion weiterzuführen, ist geplant, wenn die Finanzierung steht.

"Das Projekt bringt Jugendliche verschiedener Herkunft und mit unterschiedlichen Lebensentwürfen zusammen", betont Birgit Ossenkopf, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Bildung und Gesellschaft. "Die Kiezrebellion ist ein schönes Beispiel dafür, wie man Jugendliche in die Lage versetzen kann, ihr eigenes Potenzial zu nutzen und ihren Lebensraum selbst zu gestalten."

 

Der Primus-Preis wird jeden Monat an ein kleines, vorbildhaftes Projekt vergeben. Die Stiftung Bildung und Gesellschaft will damit Initiativen fördern, die ein konkretes Problem in der Kita oder in der Schule vor Ort aufgreifen und lösen wollen. Wichtig ist, dass die Projekte auf alle Regionen übertragbar sind und nicht parallel agieren, sondern an das staatliche Bildungssystem andocken. Lokale Akteure – wie Arbeitsagenturen oder Schulämter, aber auch Unternehmen sowie kulturelle Einrichtungen – sollten einbezogen sein. Zusätzlich schreibt die Stiftung Bildung und Gesellschaft den Sonder-Primus Grenzenlos aus, um zivilgesellschaftliche Initiativen zu würdigen, die sich speziell für die Bildung von geflüchteten oder zugewanderten Kindern und Jugendlichen engagieren. Aus allen von Januar bis Dezember 2017 ausgezeichneten Projekten wird der Primus des Jahres gewählt und mit 5.000 Euro Preisgeld prämiert.

Pressekontakt

Peggy Groß

ist Kommunikationsmanagerin im Stifterverband.

T 030 322982-530
F 030 322982-515

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Ansprechpartnerin beim Projekt "Kiezrebellion":

Laura Schrader
Landesvereinigung kulturelle Kinder- und
Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V.
Brandenburger Straße 9
39104 Magdeburg
T 0391 2445-163
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