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Stiftung Bildung und Gesellschaft zeichnet Politik-Planspiel aus

27.09.2017

Beim Verein "Politik zum Anfassen" ist der Name Programm: Für ein Planspiel, das jungen Flüchtlingen Demokratie und Kommunalpolitik in Niedersachsen näherbringt, erhält er den mit 1.000 Euro dotierten Sonder-Primus Grenzenlos.

In einem fremden Land fällt es schwer, sich zurechtzufinden. Erst recht, wenn Politik hierzulande anders funktioniert als in der Heimat und der Staat zuvor nur als Willkürherrschaft erlebt worden ist. "Next Step: Democracy!" heißt das bundesweit erste Planspiel für junge Geflüchtete. Es vermittelt ihnen die Grundlagen unserer Demokratie auf dem Gebiet der kommunalen Selbstverwaltung – auf spielerische Weise und sehr praxisnah.

In dem zweitägigen Projekt legt zunächst ein Crashkurs die Wissensgrundlage zu Begriffen und Abläufen in der Kommunalpolitik. Die Teilnehmer erarbeiten dann Ideen und Anträge zu Themen, die sie betreffen, und bringen sie schließlich in einer großen, fiktiven Ratssitzung ein. Echte Kommunalpolitiker unterstützen sie dabei.

Foto: Politik zum Anfassen e.V.
Foto: Politik zum Anfassen e.V.
Foto: Politik zum Anfassen e.V.
Foto: Politik zum Anfassen e.V.

"Ziel ist es, den jungen Geflüchteten die Integration in die Gesellschaft zu erleichtern, indem man ihnen durch eigenes Erfahren die Demokratie begreifbar macht und die Vorteile und Möglichkeiten unserer Grundrechte aufzeigt", erläutert Monika Dehmel vom Verein Politik zum Anfassen. Dies sei ein wichtiges Element für eine gelungene Integration in Deutschland. "Die Unterstützung aus der echten Politik wird als enorme Wertschätzung empfunden und ist ein nicht zu unterschätzender Wirkfaktor. Viele Geflüchtete sprechen davon, sich zum ersten Mal wirklich ernst genommen gefühlt zu haben." Und in dem Projekt erfahren die Kommunalpolitiker von dem, was die Flüchtlinge beschäftigt, einmal aus erster Hand.

Das Planspiel wurde erstmals im Herbst 2016 organisiert. Mehr als 300 Jugendliche haben inzwischen daran teilgenommen. "Die Umstellung vom Leben unter einer Diktatur in eine Demokratie ist ein großer Schritt", meint Birgit Ossenkopf, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Bildung und Gesellschaft. "Das Projekt leistet dabei wichtige Unterstützung und ebnet den Weg, dass sich junge Flüchtlinge in Zukunft auch für ihr Gemeinwesen engagieren."

 

Der Sonder-Primus Grenzenlos wird viermal pro Jahr an zivilgesellschaftliche Projekte vergeben, die sich speziell für die Bildung von geflüchteten oder zugewanderten Kindern und Jugendlichen engagieren. Initiativen, die auf diesem Feld tätig sind, können sich jederzeit um den Preis online bewerben.

Pressekontakt

Peggy Groß

ist Kommunikationsmanagerin im Stifterverband.

T 030 322982-530
F 030 322982-515

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Ansprechpartnerin beim Politik zum Anfassen e.V.:

Monika Dehmel
T 0511 373536-30
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