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Berliner Mentorenprogramm für besonders begabte Kinder erhält Primus-Preis des Monats

17.11.2016

Auszeichnung durch die Stiftung Bildung und Gesellschaft

Hochbegabte Kinder hadern oft mit mangelnder Förderung und kommen in der Schule nicht klar. Das Fibonacci-Mentorenprogramm des Neuköllner AspE e.V. hilft ihnen dabei, ihre Fähigkeiten zu entfalten.

Eigentlich sollte der Unterricht für sie ein Klacks sein – doch besonders intelligente Schüler sind oft unterfordert, langweilen sich und fühlen sich alleine gelassen. "Viele begabte Kinder rutschen schulisch ab, sind unglücklich und verbergen ihre Talente, um dazu zu gehören", erklärt Dagmar Schilling vom Verein Ambulante sozialpädagogische Erziehungshilfe (AspE). "Schlimmstenfalls verweigern sie die Schule."

Insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund oder aus schwierigen Verhältnissen laufen Gefahr, in dieser Sackgasse zu landen. Das Fibonacci-Mentorenprogramm will dem frühzeitig entgegenwirken und versteht sich als präventives Programm zur Vermeidung von nicht nur schulischen Fehlentwicklungen. Praktisch passiert dies durch einen persönlichen Mentor, der ein Kind über mindestens ein Jahr hinweg begleitet. Gezielt fördert er es in dessen speziellem Interessensbereich und sorgt dafür, dass der Wissensdrang genügend Nahrung erhält.

Foto: Sven Fiebig
Finn und sein Mentor Dr. Florian Witzmann vom Museum für Naturkunde Berlin
Foto: Johannes van de Kreeke
Jasper und sein Mentor, der emeritierte Mathematik-Professor Burchard von Braunmühl

Doch es gibt noch einen weiteren, nicht weniger wichtigen Aspekt: "Es geht auch darum, den Jungen und Mädchen Selbstwertgefühl zu vermitteln", so Diplom-Pädagogin Schilling. Dass dies offenbar gelingt, belegt das Feedback der Eltern. Die Kinder hätten sich in ihrem Selbstbewusstsein stabilisiert, seien ruhiger und fokussierter geworden, könnten besser soziale Beziehungen eingehen und würden weniger gemobbt, so der Tenor der Rückmeldungen. Aus dem zunächst auf zwölf Monate angelegten Mentoring werden oft langfristige Beziehungen: 50 Prozent der Tandems halten schon länger als zwei Jahre, manche gehen bereits ins vierte Jahr. Die ehrenamtlich tätigen Mentoren werden ihrerseits begleitet, geschult und erhalten die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch. Das Programm wird ausschließlich aus Spenden finanziert.

"Ein innovatives Bildungsprojekt, das eine wichtige Lücke schließt", findet die Jury des mit 1.000 Euro dotierten Primus-Preises. Birgit Ossenkopf, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Bildung und Gesellschaft: "Das Fibonacci-Programm sorgt gerade in sozialen Brennpunkten dafür, dass Talente der Gesellschaft nicht verloren gehen. Davon profitieren am Ende alle."

 

Der Primus-Preis wird jeden Monat an ein kleines, vorbildhaftes Projekt vergeben und ist mit 1.000 Euro dotiert. Die Stiftung Bildung und Gesellschaft will damit Initiativen fördern, die ein konkretes Problem in der Kita oder in der Schule vor Ort aufgreifen und lösen wollen. Wichtig ist, dass die Projekte auf alle Regionen übertragbar sind und nicht parallel agieren, sondern an das staatliche Bildungssystem andocken. Lokale Akteure – wie Arbeitsagenturen oder Schulämter, aber auch Unternehmen sowie kulturelle Einrichtungen – sollten einbezogen sein. Aus allen zwölf ausgezeichneten Projekten wird im Januar der Primus des Jahres gewählt. Der Primus-Preis 2016 wird durch die randstad stiftung gefördert.

Zusätzlich schreibt die Stiftung Bildung und Gesellschaft den Sonder-Primus Grenzenlos aus, um zivilgesellschaftliche Initiativen zu würdigen, die sich speziell für die Bildung von geflüchteten oder zugewanderten Kindern und Jugendlichen engagieren

Pressekontakt

Peggy Groß

ist Kommunikationsmanagerin im Stifterverband.

T 030 322982-530
F 030 322982-515

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Ansprechpartnerin beim
Ambulante sozialpädagogische Erziehungshilfe AspE e.V.:

Dagmar Schilling

T 030 7122211
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