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Primus-Preis geht an Emanzipationsprojekt Mädchenlandschaften

17.08.2015

Mädchen aus unterschiedlichen Kulturen sollen mehr Selbstachtung und ein stärkeres Bewusstsein für den eigenen Willen entwickeln, dafür kämpft das Projekt Mädchenlandschaften in Düsseldorf. Das Projekt bekommt im August 2015 den Primus-Preis der Stiftung Bildung und Gesellschaft.

Wer bin ich und was möchte ich eigentlich erreichen? Die Balance zwischen Rollenerwartungen und eigenen Wünschen zu meistern, ist für junge Mädchen oft eine große Herausforderung. Ob aus der Türkei, Deutschland oder Marokko, die Teilnehmerinnen des Projektes Mädchenlandschaften werden darin unterstützt, das Zwangskorsett kulturgebundener Rollenerwartungen zu überwinden. 

Das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt arbeitet dabei mit Mädchen zwischen 13 und 18 Jahren, meist mit ausländischen Wurzeln. Die jungen Frauen sollen lernen, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Dabei stehen vor allem Selbsterkenntnis und Individualität im Vordergrund. 

Pro Jahr begleitet die Initiative bis zu 40 Mädchen. Die Teilnehmerinnen durchlaufen drei Phasen während des Projektes. In der ersten Phase beschäftigen sich die Mädchen mit starken Frauenfiguren, Frauenbildern und Lebensläufen aus Geschichte und Gegenwart. Durch Rollenspiele, Filmabende, Rallyes und Aktionen soll die Lebenswirklichkeit von Mädchen und Frauen weltweit erfasst werden. Im zweiten Teil setzen sich die Mädchen mit der eigenen Biografie und der eigenen Identität auseinander, bevor sie am Ende in kleinen Gruppen eigene kreative Projekte umsetzen. 

Das Projekt Mädchenlandschaften wurde 2012 von dem Verein Die Aktion Gemeinwesen und Beratung e.V. ins Leben gerufen. Er kooperiert derzeit mit drei Real- und Gesamtschulen. 

Der Primus-Preis wird jeden Monat an ein kleines, vorbildhaftes Projekt vergeben. Die im Juni 2013 vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gegründete Stiftung Bildung und Gesellschaft will so Initiativen fördern, die ein konkretes Problem in der Kita oder in der Schule vor Ort aufgreifen und lösen wollen. Wichtig ist, dass die Projekte auf alle Regionen übertragbar sind und nicht parallel agieren, sondern an das staatliche Bildungssystem andocken. Lokale Akteure – wie Arbeitsagenturen oder Schulämter, aber auch Unternehmen sowie kulturelle Einrichtungen – sollten einbezogen sein. Aus allen ausgezeichneten Projekten wird der Primus des Jahres gewählt. 

Pressekontakt

Peggy Groß

ist Kommunikationsmanagerin im Stifterverband.

T 030 322982-530
F 030 322982-515

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Ansprechpartnerin zum Projekt "Mädchenlandschaften":
Swantje Nassauer
Die Aktion Gemeinwesen und Beratung (AGB) e.V. 
T 0211 9052-227 
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