Führung als Chance

Ein Programm für Prorektoren von Hochschulen und akademische Vizepräsidenten, um den systematischen Erfahrungsaustausch zu pflegen und die eigenen Kompetenzen zu erweitern

Mitglieder von Hochschulleitungen haben wenig Zeit und Gelegenheit, ihre Rolle zu reflektieren und sich in Führungsfragen Rat zu holen. Das vom Stifterverband unterstützte Programm von CHE und Hochschulrektorenkonferenz richtet sich an Mitglieder von Hochschulleitungen, die Führung als Chance betrachten, sowohl für ihre persönliche Entwicklung als auch für das Wohl ihrer Hochschule. Es bietet Personen in Leitungsfunktion die Möglichkeit, über fast ein Jahr hinweg im Austausch mit anderen Teilnehmern und mit Unterstützung (hochschul-) erfahrener Dozenten und Trainern die eigenen Leitungskompetenzen systematisch weiterzuentwickeln.

Das Programm besteht aus drei Modulen, um die sich jeweils dreitägige Workshops drehen. Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 15 Personen begrenzt. Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. Der Stifterverband übernimmt einen Teil der Gebühren.

Modul 1: Führen von komplexen Wissensorganisationen

14. bis 16. Januar 2016: Die eigene Rolle im Präsidium/Rektorat verstehen und entwickeln
 

1. Tag: Führungsrolle
Nach einer Einführung des Themas "Führungsrolle" wird es zunächst um die persönlichen Führungsziele der Teilnehmer gehen. Führungserfahrungen, Grundüberzeugungen und Führungsperspektiven werden genauso Thema sein wie die Rolle(n) in der Hochschulleitung und Führung im Team. Dazu dienen u.a. Fallstudien und Probehandeln. Der Tag schließt mit einem Kamingespräch zum Thema "Führen im Kontext hochschulinterner Konstellationen" ab.

2. Tag: Führungskommunikation im Konflikt
Zunächst wird anhand der mitgebrachten Fälle der Teilnehmer an konkreten Führungssituationen des Präsidiums gearbeitet und dabei die Methode der kollegialen Beratung eingeübt. Nachmittags geht es um Konflikte und Widerstand, gerade wenn in Veränderungsprozessen Gewinner und Verlierer resultieren. Zu einem fachlichen Beitrag kommt praktisches Probehandeln. Die Abendrunde wird sich dann Kommunikation und Führung in Veränderungsprozessen widmen, bevor der Abend mit einer informellen Runde ausklingt.

3. Tag: Strategie und Veränderung
Zu Beginn wird Strategieentwicklung als Führungsaufgabe und die Rolle der Leitung dabei, zum Beispiel in Zielvereinbarungsprozessen, theoretisch und praktisch thematisiert. Danach arbeiten die Teilnehmer(innen) an der eigenen Rolle, durch Methoden zur Reflektion der eigenen Potenziale und durch eine Aufgabenstellung ("action plan") für die folgende Phase in der Hochschule bis zum nächsten Modul. Das Modul endet mit einem Feedback und mit einem gemeinsamen Mittagessen.

Modul 2: Führen im Kontext hochschulinterner Konstellationen

19. bis 21. Mai 2016: Interne Kommunikation und Personalführung
 

1. Tag: Personalführung in der Hochschule
Zunächst geht es um die zurückliegende Arbeitsphase nach dem 1. Modul und um den Fortschritt in den "action plans". Es folgt ein Beitrag zu Personalführung im Hochschulbereich. Anschließend werden "mitgebrachte" Fälle der Teilnehmer beraten. Kommunikation im Spannungsfeld von Entscheidungsprozessen und Personalführung werden durch Fallbeispiele und Erfahrungsaustausch thematisiert und bearbeitet. Am Abend geht es um Governance-Konstellationen und Klarheit bei Kommunikationswegen, Regelungen von Kompetenzen und Befugnissen. Praxisbeispiele dazu kommen von den Teilnehmern und Trainern.

2. Tag: Gremien und Kommunikation
Wie kommuniziere ich als Repräsentant der Hochschulleitung mit den Hochschulmitgliedern? Um unterschiedliche Formen der Ansprache für unterschiedliche Gruppen bzw. Gremien in der Hochschule wird es in Beiträgen und Fallbeispielen gehen, außerdem um einen Erfahrungsaustausch zu Überzeugen und Macht. Nachmittags wird die Kommunikation im Rahmen von Entscheidungsprozessen in der Hochschule mit Hilfe von Beispielen und Übungen bearbeitet. Am Abend wird Prof. Dr. Petra Wend von der der Queen Margaret University Edinburgh über "Characteristics of Leadership in British Higher Education Institutions" sprechen und zu einem Erfahrungsaustausch zur Verfügung stehen.
 

3. Tag: Umsetzung Personalführung, Gremien, interne Kommunikation
Am letzten Tag dieses Moduls soll eine Simulation mit Bezug zur Hochschulstrategie stattfinden. Sie wird ein finanzielles Thema, zum Beispiel "Sparvorgabe", oder ein anderes wichtiges Thema wie zum Beispiel "Berufungskonflikt" zum Gegenstand haben. Die Auswertung erfolgt mittels Video-Analyse. Ein gemeinsamer Ausblick und ein Feedback sowie ein Lunch schließen das Modul ab.

Modul 3: Führen im Kontext externer Anforderungen

15. bis 17. September 2016: Politik, Wirtschaft und Medien
 

1. Tag: Spezielle Anspruchsgruppen: Politik und Wirtschaft
Nach einem Rückblick auf die Phase nach dem zweiten Modul steht die Hochschulleitung als Mittler zwischen Organisation und Umfeld (wie Ministerien, Politik und Wirtschaft) im Blickpunkt. Dadurch wird mit Fallbeispielen der Teilnehmer und Erfahrungsaustausch weitergearbeitet. Am Nachmittag geht es um die Anspruchsgruppe Politik, um Ministerien und Akteure in der Hochschulpolitik. Der Abend ist für die Vorbereitung des Medientrainings vorgesehen.

2. Tag: Politik und Medien
An diesem Tag soll mit den Teilnehmern ein Medientraining, zum Beispiel mit Interviews, stattfinden. Grundsätze der Arbeit mit Medien werden dabei ebenfalls behandelt. Die Teilnehmer erhalten ein individuelles Feedback. Ein weiteres Thema ist die Arbeit an krisenhaften, öffentlichen Führungssituationen der Teilnehmer anhand "mitgebrachter" Fälle. Zu einem Kamingespräch am Abend wird eine Persönlichkeit aus der Hochschulpolitik zum Thema "Kommunikation mit Ministerien und Wirtschaft" eingeladen.

3. Tag: Persönlicher Aktionsplan und Ausblick
Jeder einzelne Teilnehmer wird mit einem persönlichen Aktionsplan in die berufliche Zukunft gehen. Dazu werden jeweils die als Führungskraft anzugehenden Fragen, Ziele und Probleme zusammengestellt, priorisiert und Handlungsansätze erarbeitet. Für jeden der Teilnehmer wird ein persönliches Feedback zur Verfügung gestellt.

Die Grundideen des Programms

Im Mittelpunkt der Workshops stehen jeweils Erfahrungsaustausch, Arbeit an praktisch relevanten Fällen und Probehandeln.

  • Die Teilnehmer arbeiten auf der Basis theoretisch-methodischer "Einstiege" gemeinsam als Gruppe an auch von ihnen eingebrachten Fallbeispielen und spielen Führungssituationen in praktischen Trainings durch. Die kontinuierliche Arbeit in einer Gruppe schafftVertrauen und ein offenes Klima.
  • Durch die Arbeit an eigenen Fällen entsteht ein direkter Bezug aus den Workshops in die dazwischen liegenden Phasen in der Hochschule und in die eigenen Aufgaben. Erkenntnisse aus den Workshops sollen in Führungssituationen an den Hochschulen eingebracht und wieder in die Workshops zurückgespielt werden. Konkreter Bedarf wird bereits nach Anmeldung abgefragt und in den Workshops berücksichtigt.
  • Die Workshops gehen nicht über abstrakt-theoretische Diskussionen an die Fragen der Führung in Hochschulen heran, sondern über konkrete Führungssituationen aus dem Alltag in der Hochschulleitung. Es geht um vorhandene Strukturen, um Rollenverständnis und persönliche Beziehungen, um Mikropolitik, aber auch um Kommunikation und Außenbeziehungen. Diese Mehrdimensionalität ermöglicht ein umfassendes Führungsverständnis und Führungstraining.

Programmpartner
CHE Centrum für Hochschulentwicklung
Hochschulrektorenkonferenz

 

Kontakt

Annett Dauchert

ist wissenschaftliche Referentin/Programmmanagerin im Bereich "Programm und Förderung".

Derzeit in Mutterschutz/Elternzeit

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Dr. Jutta Fedrowitz

Projektleiterin beim CHE
T 05241 9761-26
F 05241 9761-40

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