Jenseits der Fakultäten

Hochschuldifferenzierung durch neue Organisationseinheiten für Forschung und Lehre

Seit etwa einem Jahrzehnt ist an den deutschen Hochschulen die Entwicklung zahlreicher neuer Organisationsformen in Forschung und Lehre zu beobachten, die die traditionellen, durch Disziplinen oder Fachbereiche dominierten Binnenstrukturen überlagern oder ergänzen. In und mit den neuen – bisweilen experimentellen – Strukturen suchen die Hochschulen Antworten auf Herausforderungen, die zu einem Teil wissenschaftsinduziert sind und zu einem anderen Teil durch Politik und Gesellschaft an die Hochschulen herangetragen werden.

In einem Hochschulsystem, das die Autonomie der einzelnen Hochschulen in letzter Zeit deutlich gestärkt hat, lässt sich ein solcher Differenzierungsprozess weder auf dem Reißbrett entwerfen noch politisch verordnen oder hinreichend steuern. Gleichwohl hat die Politik in der letzten Dekade mit vielen Förder- programmen einen Strukturwandel in Gang gesetzt, in dem auch die formale Organisation, in die Wissenschaftler und Studierende gebettet sind, eine ganz entscheidende Bedeutung hatte.

Die vorliegende Studie versucht, die neuen Organisationsformen der Wissenschaft systematisch zu erfassen, zu typologisieren und zu analysieren und damit einen bislang vernachlässigten Aspekt in der hochschulpolitischen Differenzierungs- debatte zu beleuchten. Ausgangsthese für die Studie ist die Vermutung, dass sich die Differenzierung des Hochschulsystems über eine Ausdifferenzierung innerhalb der Hochschulen vollzieht, für die die neuen Organisationseinheiten in Lehre und Forschung eine zentrale Rolle spielen. Nicht alle Formen sind dabei wirklich neu, viele aber haben sich erst in den vergangenen Jahren stark ausgebreitet. Diese Entwicklung findet vor allem "jenseits der Fakultäten" statt: Entstanden sind Organisationseinheiten, die "quer" zu den Fächern liegen und bei denen oftmals Kooperationspartner von außerhalb der Hochschule eine tragende Rolle spielen.

Welchen Zielen und Organisationsprinzipien folgen diese Einheiten und welche Erfolgsfaktoren lassen sich identifizieren? Welche Chancen ergeben sich aus ihnen, vor welchen Herausforderungen stehen sie? Was bedeutet der Strukturwandel für Governance und Steuerung einer Hochschule und ihrer Teileinheiten? Das sind die Leitfragen dieser explorativen Studie, die sich in der Analyse und den abgeleiteten Empfehlungen vor allem auf Gespräche mit vielen Akteuren der deutschen Wissenschaft stützt.

Die Publikation ist im November 2012 erschienen. 

Die Publikation wurde großzügig unterstützt durch die Stiftung van Meeteren.

Bibliografische Angaben

Sybille Reichert, Mathias Winde, Volker Meyer-Guckel:
Jenseits der Fakultäten - Hochschuldifferenzierung durch neue Organisationseinheiten für Forschung und Lehre
Edition Stifterverband. Essen 2012
116 Seiten
ISBN: 978-3-922275-51-0
 

Ansprechpartner

Dr. Mathias Winde

leitet im Stifterverband den Programmbereich "Hochschulpolitik und -organisation".

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Annett Dauchert

ist wissenschaftliche Referentin/Programmmanagerin im Bereich "Programm und Förderung".

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