TU Hamburg-Harburg: Individuelles Lernen in der Studieneingangsphase

Die TUHH will die Studienabbruchquote in den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen deutlich und nachhaltig senken. Dazu wurde zum Wintersemester 2014/15 eine neue Studienstruktur etabliert.

Ziel ist es, durch die Streckung der Studieneingangsphase des ersten Studienjahres auf zwei Jahre, die Studierenden zu entlasten, stärker zu fördern und damit den Studieneinstieg zu erleichtern. Die durch diese Streckung freigewordene Zeit wird mit zusätzlichen unterstützenden Lernangeboten aufgefüllt. 

In dem Konzept der gestreckten Studieneingangsphase, dem sogenannten Track 8 (das Bachelorstudium verlängert sich von 6 auf 8 Semester), werden zusätzliche Lernangebote in Form von Tutorien und Projekten für diejenigen Studierenden angeboten, die im "normalen" Studium Schwierigkeiten hätten, den Anschluss zu finden. Innerhalb dieser Studierendengruppe ist mit einer fachlichen, sozialen und motivationalen Heterogenität zu rechnen, auf die mit dem hier vorgestellten Konzept eingegangen werden soll.

Ziel des Konzepts ist die Erweiterung des Track 8 um die Individualisierung der zusätzlichen Lernangebote. Die Individualisierung gestaltet sich für die Studierenden wie folgt: Zu Beginn jedes Semesters erfolgt eine Diagnose zur Ermittlung des individuellen Förderbedarfs. Diese Ergebnisse führen im nächsten Schritt zu einem individuell zugeschnittenen Förderprogramm. 

Auf dieser Grundlage durchlaufen die Studierenden angepasste Tutorienprogramme und Studienprojekte, die die regulären Lehrveranstaltungen des jeweiligen Studienganges ergänzen. Auf diese Weise wird passgenau zu den individuellen Bedarfen ein Angebot geschaffen, das praxis- sowie berufsbezogen ist, Lernstrategien und Selbstorganisation fördert und soziale bzw. kulturelle Integration ermöglicht. Im Rahmen des Konzeptes werden dazu drei wesentliche Bausteine für die Individualisierung der Studieneingangsphase entwickelt, angewendet und erprobt: 

  • Entwicklung eines Diagnoseinstrumentes zur Identifikation der individuellen Bedarfe der vom Studienabbruch bedrohten Studierenden
  • Identifikation von Clustern der Kompetenzdefizite. Entwicklung von Lösungsvorschlägen in Form von bedarfsgerechten Lehr-/Lernmethoden und thematischen Einheiten
  • Entwicklung von individualisierten Tutorienkonzepten unter Einbeziehung adressatengerecht medial aufbereiteter Inhalte

Die wissenschaftliche Umsetzung des Konzeptes geschieht unter Einbezug des seit 2012 an der TUHH angesiedelten Zentrums für Lehre und Lernen (ZLL) sowie unter Rückgriff auf etablierte Methoden der angrenzenden Fachdidaktiken. Die individualisierten und kompetenzfördernden Konzepte werden in Form eines iterativen Prozesses im Rahmen des beantragten Konzeptes angewendet, evaluiert und verbessert.

Präsentation (PDF)