Bachelor an Fachhochschulen

In diesem Programm wurden  besonders innovative und praxisbezogene

Bachelor-Studiengänge an Fachhochschulen ausgezeichnet, begleitet und

anderen Hochschulen als Beispiele guter Praxis präsentiert.


In einem differenzierten Hochschulsystem ist es notwendig, dass die Fachhochschulen Anwendungsorientierung und Praxisbezug als profilbildende Elemente beibehalten und weiter entwickeln. Viele Mitgliedsunternehmen des Stifterverbandes unterstreichen, dass gerade in diesem Ausbildungsprofil die Arbeitsmarktchancen der Fachhochschulabsolventen liegen.

Mit der Ausschreibung dieses Programms im September 2005 sollte in diesem Sinne das Profil der Fachhochschulen geschärft werden. Daher wurde ein besonderer Schwerpunkt auf anwendungsorientierte Curricula gelegt.

Insgesamt hatten sich 65 Fachhochschulen mit innovativen Studiengangsmodellen beteiligt. Neun davon hatte der Stifterverband zur Finalrunde und Präsentation vor einem Gutachterkreis eingeladen. Vier Best-Practice-Beispiele wurden 2006 ausgezeichnet und drei Jahre lang mit jeweils 225.000 Euro gefördert:


Die vier geförderten Fachhochschulen


Hochschule Bremen
Internationaler dualer Bachelor-Studiengang
"Luftfahrtsystemtechnik und -management"

Der Studiengang verbindet die berufliche Ausbildung zum Verkehrsflugzeugführer mit einer ingenieurwissenschaftlichen Qualifikation. Die angehenden Piloten erhalten neben der Lizenz zum Führen eines Verkehrsflugzeuges/Hubschraubers den international anerkannten Grad "Bachelor of Engineering". Unternehmen sind aktiv in die Lehraufgaben eingebunden. Das Studium umfasst acht Semester, bietet also gegenüber der herkömmlichen Pilotenlizenzausbildung plus Ingenieurstudium eine Zeitersparnis von zwei Jahren, ohne die Praxisorientierung zu vernachlässigen.

Die Gutachter lobten an dem Bremer Studiengang ein effizientes Ausbildungskonzept in einem Spezialsektor, der sich gut in das spezifische Profil von Unternehmensclustern im Raum Bremen einfügt. Die internationale Ausrichtung und die Kooperation mit den Branchenführern aus der Industrie wurden besonders hervorgehoben. Gelobt wurde an dem Ausbildungskonzept, dass es auch die Schnittstellen zu den Bereichen Schule und Weiterbildung berücksichtigt.


Hochschule Bremerhaven
Bachelor-Studiengang "Cruise Industry Management"

Der dreijährige Bachelor-Studiengang wurde 2003 als weltweit erste Hochschulausbildung mit seetouristischer Ausrichtung gestartet. Der Studiengang bildet den Manager-Nachwuchs der Tourismus- und Kreuzfahrtbranche aus. Durch einen sehr hohen und flexiblen Praxisanteil je nach beruflicher Vorbildung der Studierenden werden die Absolventen in die Lage versetzt, nach kurzer Einarbeitung selbstständig anspruchsvolle Aufgaben zu übernehmen.

Die Gutachter lobten die zielgerichtete Ausbildung für ein ganz spezielles internationales Arbeitsumfeld und die systematische Einbeziehung der Partnerfirmen für die praxisorientierte Lehre. Der Studiengang passe zudem perfekt in das Profil der "Hochschule am Meer" und wird mit einem darauf abgestimmten, vorbildlichen Marketing verknüpft.


Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit Dresden
Berufsbegleitender Bachelor-Studiengang "Elementar- und Hortpädagogik"

Erzieher sollen durch den berufsbegleitenden Studiengang Anschluss an das akademisch bestimmte Ausbildungsniveau im europäischen Ausland erhalten. Die Absolventen werden insbesondere befähigt, als Anleiter, Fachberater oder als Leiter von Kindertageseinrichtungen tätig zu sein und ihre erzieherische Arbeit theoretisch zu reflektieren. Der Studiengang umfasst sechs Semester, die berufs- und praxisbegleitend in Blockveranstaltungen absolviert werden.

Die Gutachter zeichneten diesen Studiengang aus, weil er auf die gestiegenen Ansprüche an die frühkindlichen Erziehung und Bildung reagiert. Der Studiengang erhöhe die Durchlässigkeit von der Fachschul- zur Hochschulausbildung und zeichne sich durch eine gute Verschränkung von Theorie und Praxis aus.


Fachhochschule Gießen-Friedberg
Dualer Bachelorstudiengang – "Studium plus"

Studium plus ist ein duales Studienkonzept, hinter dem die FH Gießen-Friedberg, der Kammerverbund Mittelhessen und zurzeit 180 namhafte Unternehmen stehen. In dem Studienprogramm kommen akademische Lehre und Berufspraxis gleichermaßen zum Tragen. Unternehmensethik, soziale Kompetenzen und Etikette wurden bewusst in die Curricula aller Studiengänge aufgenommen. Die Studierenden sind immatrikuliert und gleichzeitig sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter in einem Partnerunternehmen. Sie erhalten ein angemessenes Gehalt während des gesamten Studiums und haben beste berufliche Startchancen. Unternehmensvertreter sind an der Bildung von Schwerpunkten in Forschung und Lehre sowie an Evaluierung und Qualitätssicherung unmittelbar beteiligt.

Die Gutachter lobten an dem Konzept die hervorragende Kooperation zwischen öffentlichem und privatem Sektor und die gleichberechtigte Partnerschaft zwischen den beteiligten Institutionen in inhaltlichen, organisatorischen und finanziellen Fragen. Studium plus sei ein vorbildliches duales Ausbildungsmodell für eine mittelständisch geprägte Region.

Ansprechpartnerin

Ann-Katrin Schröder-Kralemann

Schröder, Ann-Katrin

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