Ars legendi-Fakultätenpreis
in der Medizin

Der Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Lehre in der Medizin wird an einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin – ggf. auch stellvertretend für ein Team – für herausragende und innovative Leistungen in Lehre, Prüfung, Beratung und Betreuung an Medizinischen Fakultäten verliehen.


Der Medizinische Fakultätentag (MFT) und der Stifterverband schreiben die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung gemeinsam aus. Sie soll die besondere Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des akademischen Nachwuchses sichtbar machen und einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und sie über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern. Gleichzeitig soll die Qualität der Lehre als ein zentrales Exzellenzkriterium für Medizinische Fakultäten und Fachbereiche etabliert und als strategisches Ziel des Qualitätsmanagements profiliert werden.


Die Preisträger 2014

Die Auszeichnung geht zu gleichen Teilen an zwei äußerst engagierte, kreative Dozenten, die sich seit Jahren mit ihren Lehrkonzepten in hohem Maße um die Medizinische Lehre an ihren Fakultäten und darüber hinaus verdient gemacht haben:

  • Privatdozent Dr. Bernhard Hirt lehrt lehrt an der Eberhard Karls Universität Tübingen das Fach Anatomie in den Studiengängen Humanmedizin, Zahnmedizin, Medizintechnik, Molekulare Medizin und Medizintechnische Informatik. Ihm gelingt dabei nicht nur auf beeindruckende und intelligente Weise die Verknüpfung klinischer und vorklinischer Inhalte in der gesamten Breite der Medizin. Besonders herausragend ist die von Bernhard Hirt konzipierte und durchgeführte "Sectio chirurgica" – ein videogestütztes, interdisziplinäres und interprofessionelles Lehrformat im Rahmen des makroskopischen Präparierkurses. Chirurgen aller Disziplinen demonstrieren in einzelnen Lehrveranstaltungen charakteristische operative Eingriffe an anatomischen Präparaten. Dieses innovative Format hat sich inzwischen auch deutschlandweit und darüber hinaus in verschiedenen Curricula etabliert.

  • Privatdozent Dr. Michael Knipper von der Justus-Liebig-Universität Gießen hat die Jury aufgrund seiner innovativen und neuen Orientierung des Arztbildes überzeugt. Als Medizinhistoriker, der in den Fächern Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin lehrt, hat er vor allem das Schwerpunktcurriculum "Global Health" mit einer starken internationalen Ausrichtung federführend konzipiert, das sich inzwischen als her-ausragendes Lehrprojekt im Studiengang Medizin etabliert hat. Michael Knipper ist darüber hinaus Mitbegründer der Zeitschrift "in weiß", in der sowohl Lehrende als auch Studierende Texte publizieren, die zu einem erweiterten Verständnis von Medizin in einem interkulturellen Kontext beitragen. Bemerkenswert sind ferner die Lehrangebote im Wahlfach "Medizin und Migration", in dessen Rahmen Michael Knipper gemeinsame Lehreinheiten für Studierende der Medizin und der Rechtswissenschaften zu Themen des Aufenthalts- und Asylrechts sowie zur medizinischen Betreuung von Flüchtlingen und Migranten in Deutschland durchführt.


Der Preis wird auf dem 75. Ordentlichen Medizinischen Fakultätentag im Rahmen einer Festveranstaltung am 19. Juni 2014 in Frankfurt am Main übergeben.

Die Preisträger 2010-2013



Die Auszeichnung wird für herausragende und innovative Leistungen in Lehre, Prüfung, Beratung und Betreuung an Medizinischen Fakultäten verliehen, insbesondere für:

  • die Entwicklung, Implementierung und Durchführung von Curricula oder curricularen Elementen (Lehrveranstaltungen),
  • die Entwicklung und den erfolgreichen Einsatz von Lehr- und Lernmaterialien,
  • die Entwicklung und Implementierung innovativer Prüfungsmethoden,
  • die Entwicklung und Umsetzung neuartiger Beratungs- und Betreuungskonzepte,
  • sonstige Maßnahmen zur Verbesserung von Studium und Lehre (zum Beispiel in der Qualitätssicherung).


Die Preisträgerin/der Preisträger sollte mehrere der folgenden Kriterien erfüllen:

  • Die Lehre (Lehrveranstaltungen, Prüfungen, Beratung und Betreuung) ist von herausragender Qualität und findet besondere Anerkennung von Studierenden und Kollegen.
  • Die Lehre ist studierendenzentriert, praxisnah und forschungsbezogen. Sie wird durch Lehrmaterialien und Medien unterstützt.
  • Die Lehre ist innovativ und hat über den eigenen Wirkungskreis hinaus Impulse für die Weiterentwicklung der Lehre und die Studienreform gegeben (lokal, national oder auch international). Lehrinnovationen sind auf andere Fächer oder Hochschulen übertragen worden.


Die Preisträgerin/der Preisträger zeichnet sich durch hohe Professionalität in der Lehre aus.

  • Sie/er verfügt über hochschul-/medizindidaktisches Know-how, bildet sich regelmäßig weiter und engagiert sich nachhaltig und erfolgreich für gute Lehre.
  • Sie/er führt Lehrveranstaltungen und Prüfungen unter Berücksichtigung von Erkenntnissen der Lehr-/Lernforschung evidenzbasiert durch. Zur Qualitätssicherung und -entwicklung werden Perspektiven Dritter, insbesondere der Studierenden, genutzt.
  • Die Preisträgerin/der Preisträger arbeitet im Team und beteiligt sich an der Ausbildungsforschung.
  • Sie/er setzt sich in den relevanten Gremien für lehr- und lernförderliche Rahmenbedingungen ein und beteiligt sich als Multiplikator/in an hochschul-/medizindidaktischer Fortbildung.
  • Die Preisträgerin/der Preisträger ist ausgewiesene/r Wissenschaftler/in und wirbt Drittmittel für die Lehre ein.
  • Sie/er ist innerhalb der eigenen Disziplin, aber auch interdisziplinär vernetzt.


Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Jury aus Experten der Lehre in der Medizin, Studierenden und Fakultätsvertretern.

Kontakt

Dominique M. Ostrop

Dominique M. Ostrop

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