Ars legendi-Fakultätenpreis
in der Medizin

Der Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Lehre in der Medizin wird an einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin – ggf. auch stellvertretend für ein Team – für herausragende und innovative Leistungen in Lehre, Prüfung, Beratung und Betreuung an Medizinischen Fakultäten verliehen.


Der Medizinische Fakultätentag (MFT) und der Stifterverband schreiben die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung gemeinsam aus. Sie soll die besondere Bedeutung der Hochschullehre für die Ausbildung des akademischen Nachwuchses sichtbar machen und einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und sie über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern. Gleichzeitig soll die Qualität der Lehre als ein zentrales Exzellenzkriterium für Medizinische Fakultäten und Fachbereiche etabliert und als strategisches Ziel des Qualitätsmanagements profiliert werden.


Preisträger 2015


In diesem Jahr wird der Preis zu gleichen Teilen an zwei hochmotivierte, äußerst engagierte Hochschullehrer, die sich in hohem Maße für die Weiterentwicklung der Lehre in der Hochschulmedizin verdient gemacht haben.

Prof. Dr. Martin Fischer von der Ludwig-Maximilians-Universität München ist in vielerlei Hinsicht ein Vorreiter für die exzellente medizinische Lehre in Deutschland. Er überzeugte die Jury aufgrund seiner vielgestaltigen, über den eigenen Wirkungskreis weit hinausreichenden Bedeutung für die Medizindidaktik. Als interdisziplinär wirkender Hochschullehrer trägt er seit langem systematisch und engagiert zur Etablierung und Weiterentwicklung der Ausbildungsforschung in der Medizin bei. Er wurde 2008 auf den deutschlandweit ersten Lehrstuhl für Medizindidaktik an der Universität Witten/Herdecke berufen und erhielt 2011 einen Ruf an die LMU München auf den Lehrstuhl für Didaktik und Ausbildungsforschung.

Die umfassenden Lehrleistungen von Martin Fischer zeichnen sich stark durch die Vermittlung neuer Lehr- und Lernkompetenzen im Sinne überfachlicher Schlüsselkompetenzen aus. Ferner orientieren sie sich an modernen didaktischen Erkenntnissen, zu denen er selbst forscht und zahlreiche Publikationen veröffentlicht hat. Mit Hilfe einer ganzen Reihe innovativer Lehrkonzepte unterrichtet er Studierende der Human- und Zahnmedizin sowie Lehrende im Rahmen von Dozententrainings und Studierende des postgraduierten interfakultären "Masters of Medical Education", den er selbst 2006 erfolgreich absolvierte. Hier unterstützt Martin Fischer als Modulleiter und Mitglied der Studiengangsleitung die Teilnehmer aus den beteiligten Fakultäten dabei, sich aus der Praxis heraus mit modernen Ausbildungstheorien und Lehrmethoden auseinanderzusetzen und ihrerseits als Multiplikatoren in der medizinischen Ausbildung kompetent aktiv zu werden. Aufgrund seiner übergeordneten Position als Studiendekan ist er auch an fakultätsinternen Prozessen, die zu strukturellen qualitätsverbessernden Maßnahmen der Lehre führen, beteiligt.

Privatdozent Dr. Christoph Brochhausen ist Oberarzt und Lehrbeauftragter für das Fach Pathologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Neben seinen umfassenden, überragenden Lehrleistungen in den verschiedenen Fachsemestern hat Christoph Brochhausen die Jury vor allem mit seinem äußerst originellen Projekt "PATE" beeindruckt, einem Angebot zum virtuellen Mikroskopieren von interessanten anatomisch-pathologischen Schnittpräparaten. Diese innovative und integrative Online-Lernplattform bildet einen wesentlichen Teil seines Lehrkonzepts.

Mit Hilfe des im Internet frei zugänglichen Mikroskops ist es Christoph Brochhausen nicht nur gelungen, Medizinstudierenden ein neues, praxisnahes Verständnis des Fachs Pathologie zu vermitteln. Zugleich erleichtert PATE auch das Erlernen wichtiger pathologischer Strukturen und Morphologien und unterstützt Studierende so bei der Vorbereitung auf Prüfungen und Staatsexamina. Es ist daher bezeichnend, dass Christoph Brochhausen von der Fachschaft seiner Fakultät vorgeschlagen wurde. Die nachhaltige positive Wirkung von PATE, dessen Weiterentwicklung Christoph Brochhausen kontinuierlich und mit großem Eifer vorantreibt, zeigt sich nicht zuletzt am wachsenden Interesse weiterer Kliniken der Universitätsmedizin Mainz, aber auch anderer Universitäten in Deutschland und im internationalen Raum, das Programm in ihre Curricula zu integrieren.

Die Preisträger erhielten ihre Auszeichnung im Rahmen der festlichen Abendveranstaltung auf dem 76. Ordentlichen Medizinischen Fakultätentages am 4. Juni 2015 in Kiel.


Die Preisträger 2010-2014



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Dominique M. Ostrop

Dominique M. Ostrop

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