Hochschulstrukturen 2020 –
Form folgt Funktion

Hochschulen stehen vor komplexen organisatorischen Herausforderun-

gen und neuen Fragen des Managements. Heinz Nixdorf Stiftung und

Stifterverband wollen sie dabei unterstützen, innovative und effiziente

Modelle der Binnen- und Steuerungsstrukturen zu entwickeln.


Ziel des auf den Zeitraum von 2011 bis 2014 angelegten Programms ist es,
die Leistungsfähigkeit des Hochschulsystems in einem sich wandelnden Um-
feld zu stärken und Innovationen in Forschung, Lehre und Verwaltung zu
befördern.


Hintergrund und Programmziele


Die klassische Organisation von Hochschulen ist die Gliederung in Fakultäten,
Fachbereiche und Lehrstühle. Diese Organisationsform wandelt sich derzeit
grundlegend durch drei parallele Entwicklungen:
  • die Veränderung von Forschung und Lehre, die immer internationaler,
    interdisziplinärer und praxisbezogener werden,
  • die Finanzierung von Forschung und Lehre, für die Drittelmittelgeber
    zunehmend die Kriterien bestimmen,
  • die sich wandelnden Kooperationsformen mit Unternehmen, die stra-
    tegische Partnerschaften und offene Formen der Innovation suchen.

Die Folge: Transdisziplinäre Einheiten wie "Professional Schools" oder
"Schools of Education" entstehen zunehmend in der Lehre. Exzellenzcluster,
Sonderforschungsbereiche, kooperative Forschungsinstitute, strategische
Partnerschaften und flexible Formen für Open Innovation mit Unternehmen
prägen Forschung und Innovation.

Die neuen Organisationseinheiten ergänzen und überlagern die traditionellen
Hochschulstrukturen. Die Balance zwischen zentralen, dezentralen und exter-
nen Einheiten muss neu austariert werden. Fragen nach der strategischen
Steuerung erfordern neue Antworten. Hochschulen haben immer mehr
Kompetenzen auf die Fakultäten und Fachbereiche verlagert, aber immer
weniger Formen der Forschung, Lehre oder Kooperation lassen sich diesen
Einheiten eindeutig zuordnen. Hochschulleitungen müssen neue Wege suchen,
um mit Dekanen und Fachbereichsleitern, mit den Leitern von Zentren und
Instituten oder mit externen Partnern gemeinsam eine Hochschulstrategie
zu verwirklichen.


Studie „Jenseits der Fakultäten“


Das Programm setzt auf einer quantitativen und qualitativen Analyse der der-
zeitigen Organisation von Hochschulen auf. Strukturen werden analysiert und
ihre Effektivität bewertet. Institutionelle Innovationen und Beispiele guter
Praxis sollen identifiziert und dokumentiert werden.

Kernfragen für die Studie sind:
  • Wie ändern sich mit den neuen Lehr- und Forschungsstrukturen die
    Leitungsstrukturen an Hochschulen?
  • Welche Binnenorganisation von Hochschulen ist für die heutigen Formen
    des Lernens und Forschens geeignet?
  • Welche alternativen Organisationsmodelle werden derzeit national und
    international erprobt?



Förderinitiative zu neuen Strukturen an Hochschulen


Auf Basis dieser Analysen werden vom Programmbeirat die weiteren Pro-
grammschritte festgelegt. Für die Förderung konkreter Reformprojekte
an Hochschulen stehen dem Beirat Programmmittel zur Verfügung.

Ziel der Initiative ist der moderierte gegenseitige Austausch der geförderten
Hochschulen über laufende Strukturprozesse und die Diskussion übergrei-
fender Themen der Hochschulorganisation (Change Management, Profil und
Organisation, Finanzierungs- und Kooperationsstrukturen). Die Ergebnisse
werden mit den relevanten Institutionen im Wissenschafts- und Politiksystem
diskutiert und publiziert.

Ansprechpartner

Dr. Mathias Winde

Mathias Winde

Programmleiter
T: (030) 322982-501
F: (030) 322982-515

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