Qualifikation und Berufseinstieg:
Master Studie 2009
Die Untersuchung analysiert erstmals nach der Bologna-Reform
umfassend das Vorgehen, die Motive und Faktoren des akademischen
Nachwuchses bei der Planung seiner Bildungs- und Berufswege.
Zehn Jahre nach der Bologna-Reform zeigt sich: Die Studierenden an deutschen Hochschulen sind mehrheitlich zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit ihrem Studium. Dies ist eines der Kernergebnisse der Master Studie 2009. Bildung spielt eine herausragende Rolle für die beruflichen und lebensplanerischen Erwägungen der Befragten. Dabei dient Bildung in erster Linie der persönlichen intellektuellen Entwicklung, erst in zweiter Linie der Sicherung ihres beruflichen Erfolges. Entsprechend stellen individuelle Interessen auch den dominierenden Faktor bei den weiteren Planungen der Studierenden für ihre akademische Aus- und Weiterbildung dar.
Akademische Weiterqualifikation
Können Sie sich vorstellen, nach Ihrem
jetzigen Studium einen zusätzlichen
akademischen Abschluss zu erwerben?
Ja, ganz sicher (45%)
Eventuell (44%)
Nein, auf keinen Fall (11%)
Jeweils etwa ein Drittel der Befragten hat vor, einen Doktor/PhD oder einen konsekutiven Master nach dem Erststudium anzustreben.
Erklärtes Ziel des Bologna-Prozesses ist es, den Praxisbezug innerhalb der akademischen Ausbildung zu stärken. Vor diesem Hintergrund sollten die Studierenden angeben, welche Maßnahmen den Praxisbezug ihres derzeitigen Studiums gewährleisten. Fast zwei Drittel geben an, ein Pflichtpraktikum absolvieren zu müssen. Darüber hinaus beschäftigen sich 37% der Studierenden während des Studiums mit Fallstudien oder anderen Formen der Projektarbeit. Allerdings gibt jede vierte Studierende an, dass praxisbezogene Inhalte im Studium nur geringe Berücksichtigung finden.
Praxisbezug des Studiums
Fühlen Sie sich durch Maßnahmen
im Studium ausreichend auf eine
spätere berufliche Tätigkeit vorbereitet?
Nein (54%)
Ja (46%)
Gleichzeitig beklagen die Studierenden große Defizite bei Schlüsselqualifikationen, die für ihre künftige Berufsfähigkeit ("Employability") von Bedeutung sind. Dies betrifft vor allem den Bereich des unternehmerischen Denkens und Handelns, teilweise aber auch ihre "Soft Skills", so zum Beispiel Führungs-, Moderations- und Konfliktfähigkeit.
Die Master Studie 2009 liefert wichtige Erkenntnisse für Personalverantwortliche in Unternehmen und Hochschulvertreter. So lassen sich die Studierenden beispielsweise trotz der erkannten Defizite bei ihren Zukunftsplanungen insbesondere von individuellen fachlichen Interessen und dem Wunsch nach einer persönlichen und intellektuellen Weiterentwicklung leiten. Und: Eine ausgewogene Work-Life-Balance ist ihnen wichtiger als besonders gute Karrierechancen oder eine Orientierung der eigenen Qualifikationen an den künftigen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt.
Angesichts des wachsenden Wettbewerbs auf dem akademischen Weiterbildungsmarkt wird es für die Hochschulen immer stärker darum gehen, sich mit ihrem Studienangebot gezielt auf diese Bedürfnisse einzustellen und so unterscheidbarer zu werden. Doch auch die Wirtschaft sollte sich darauf einstellen.

Die Master Studie ist eine Leser-
befragung von SWOP. Medien
und Konferenzen in Kooperation
mit dem Zeitverlag. Die Befragten
rekrutierten sich aus dem Kreis
von rund 45.000 studentischen
Abonnenten des Magazins ZEIT
Campus. Etwa 4.000 Studierende
haben den Online-Fragebogen im
Juli 2009 ausgefüllt.
Der Stifterverband für die Deutsche
Wissenschaft hat als Partner die
Studie unterstützt.