Forschung und Entwicklung
Die Wissenschaftsstatistik des Stifterverbandes erhebt jedes Jahr die Ausgaben, die Unternehmen und Institutionen für Gemeinschaftsforschung für die Neu- und Weiterentwicklung von Produkten bzw. Produktionsverfahren tätigen. In der Kurzerhebung des Jahres 2010 wurden rund 2.300 Unternehmen zu Forschungsaktivitäten, Branchen und Personalstärke befragt.Die Ergebnisse im Überblick:
- Die FuE-Gesamtausgaben der Wirtschaft (FuE) stellen im Jahr 2010 mit 46,9 Mrd. Euro interner FuE (FuE-Aktivitäten, die Unternehmen im eigenen Haus durchführen) und rund 10,9 Mrd. externer FuE (Forschungsaufträge an Dritte) einen bedeutenden Beitrag zur Innovationskraft des Landes dar. Gegenüber 2009 sind die internen FuE Aufwendungen um 3,7 Prozent gestiegen; im Vergleich zu 2008 stiegen sie um 1,9 Prozent und im Vergleich zu 2007 sogar um 9 Prozent. Der Rückgang der externen FuE um gut 3 Prozent sind kein Grund, den deutlich erkennbaren positiven Gesamteindruck zu schmälern, denn externe FuE-Aufwendungen unterliegen in der Regel deutlich stärken Schwankungen als die internen, oftmals bedingt durch kurzfristige Einflüsse auf Unternehmen.
- Wenn die Planungen umgesetzt werden, dürften die Unternehmen bereits 2011 einen Anstieg der internen FuE-Aufwendungen von 5,1 Prozent gegenüber 2010 realisiert haben. (Planung 2011: 49,3 Mrd. Euro). Auch für das Jahr 2012 rechnet die Wirtschaft mit weiteren Zunahmen.
- Fünf Branchen prägen die industrielle FuE Deutschlands: der Fahrzeugbau (und hier traditionell der Kraftfahrzeugbau), Maschinenbau, Elektrotechnik sowie Chemie und Pharmazie. Im Jahr 2010 machten diese fünf "Schwergewichte" über 70 Prozent der internen FuE-Aufwendungen aus..
- Der Anteil der (internen) FuE am Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Wirtschaftssektor lag 2010 bei 1,89 Prozent und blieb damit faktisch auf dem Niveau des Vorjahres (2009: 1,91 Prozent). Die FuE-Intensität auf gesamtstaatlicher Ebene liegt gemäß den vorläufigen Zahlen des Stifterverbandes und des Statistischen Bundesamtes 2010 bei 2,82 Prozent des BIP und ist damit ebenfalls zum Vorjahr konstant geblieben.
- FuE-Personal: Die Zahl der in Forschung und Entwicklung beschäftigten Personen im Wirtschaftssektor ist 2010 auf 337.211 Beschäftigte (Vollzeitäquivalente) angestiegen. Verglichen mit dem Vorjahr 2009 wurde ein Anstieg um 1,4 Prozent erreicht, der etwas hinter den Erwartungen zurück blieb. Ein Vergleich zum Jahr 2007 zeigt jedoch, dass es bei den FuE-Beschäftigten mit einem Anstieg um 4,8 Prozent trotz der Krisenjahre 2008/2009 insgesamt eine gute Entwicklung gegeben hat.
- In Deutschland sind die Forschungskapazitäten regional unterschiedlich verteilt: Die wichtigsten FuE-Zentren sind in den südlichen Bundesländern
konzentriert.