Ergebnisse der FuE-Statistik: Regionaler Vergleich

Die Forschungsaktivitäten in Deutschland sind regional zunehmend

ungleich verteilt. Der Südwesten bleibt weiterhin spitze.


Die regionalen und sektoralen Unterschiede im Einsatz finanzieller und perso-
neller Ressourcen für Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland sind
nicht nur sehr groß, sondern klaffen tendenziell auch immer stärker aus-
einander.

Vor allem die räumliche Verteilung der FuE-Kapazitäten der Wirtschaft mit
Schwerpunkten in den süddeutschen Bundesländern (Baden-Württemberg,
Bayern und Hessen) und nur vereinzelten Hot Spots im Nordwesten (Nie-
dersachsen) und Osten (Sachsen und Thüringen) ist hierfür ausschlagge-
bend.

In den drei Stadtstaaten und in ganz Ostdeutschland wird ein überdurch-
schnittlicher Anteil der finanziellen Mittel und des Personals für FuE in Hoch-
schulen und staatlichen Forschungsinstituten eingesetzt, wodurch die Defizite
in der Industrieforschung jedoch nur teilweise kompensiert werden können.

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Trotz nur mäßig hoher Anteile der öffentlichen Forschung an der gesamtwirt-
schaftlichen Wertschöpfung konnte das süddeutsche Spitzentrio aufgrund sei-
nes forschungsstarken Wirtschaftssektors seine Positionen in der deutschen
Forschungslandschaft nicht nur halten, sondern in der letzten Dekade sogar
noch kräftig ausbauen. Dies ist ein wesentlicher Grund für die positive Ten-
denz Deutschlands in Richtung des Erreichens des Lissabon-Ziels, drei Pro-
zent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für FuE auszugeben.

Während sich in den meisten Bundesländern sowohl der private als auch der
öffentliche Forschungsaufwand zwischen 1999 und 2009 erhöhte, führte der
Rückgang der Industrieforschung in Rheinland-Pfalz und Brandenburg bei
stagnierendem FuE-Mitteleinsatz in Hochschulen und staatlichen Forschungs-
instituten auch zu einem gesamtwirtschaftlichen FuE-Rückgang.

Berlin und Bremen hingegen konnten die schrumpfenden FuE-Anteile der
Wirtschaft am BIP durch massive Erhöhungen der öffentlichen FuE-Ausga-
ben auffangen, so dass alle Stadtstaaten ihre gesamtwirtschaftlichen FuE-
Anteile am BIP steigerten.

Da die in der Tabelle genannten Daten beziehen sich auf das Jahr 2009:

  Interne FuE-
Aufwendungen

FuE-
Personal

  Millionen
Euro
Anteil am
BIP in %
Vollzeit-
äquivalente
Baden-
Württemberg
12.995         3,81

88.581     

Bayern 10.056         2,37

75.514     

Berlin 1.365         1,49

10.760     

Brandenburg 186         0,34

2.106     

Bremen 243         0,91

1.838     

Hamburg 1.075         1,27

7.113     

Hessen 5.173         2,40

35.366     

Mecklenburg-
Vorpommern
196         0,55

1.822     

Niedersachsen 3.646         1,77

23.801     

Nordrhein-
Westfalen
6.429         1,23

49.381     

Rheinland-Pfalz 1.572         1,54

12.447     

Saarland 144         0,51

1.364     

Sachsen 1.090         1,17

10.770     

Sachsen-Anhalt 215         0,43

2.474     

Schleswig-
Holstein
413         0,56

3.897     

Thüringen 477         0,99

5.258     

       
Deutschland 45.275         1,89

332.491     


Quelle: Stifterverband Wissenschaftsstatistik, VGR d. L., BA


Publikation

FuE-facts 2/2011

FuE facts 2/2011 (Cover) (70x90)

Die regionale Vertei-
lung von Forschung
und Entwicklung in
Deutschland

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