Stifterverband: Wirtschaft setzt sich für bessere Studienbedingungen ein

Unterstützung für Deutschlandstipendium und eine bessere Hochschullehre


19. Januar 2011

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft unterstützt das Deutschland-
stipendium und empfiehlt die Bündelung aller privaten und staatlichen Aktivitäten
für eine bessere Lehre an den Hochschulen unter dem Dach einer Akademie für
Lehre und Studium. Damit widmet sich die Gemeinschaftsinitiative der Wirtschaft
"zwei hochschulpolitischen Herausforderungen ersten Ranges", sagte der Präsi-
dent des Stifterverbandes Arend Oetker in Berlin. Dort kam der Vorstand des
Stifterverbandes zu seiner Januarsitzung zusammen, in der über neue Initiativen
und Programme entschieden wird.

Arend OetkerEs gelte, das Deutschlandstipendium zum Erfolg zu führen,
sagte Oetker. Staat und private Förderer sollen begabte
und gesellschaftlich engagierte Studenten mit einem monat-
lichen Stipendium von 300 Euro ausstatten. Das Deutsch-
landstipendium soll die Aufnahme eines Studiums erleich-
tern und dem Fachkräftemangel entgegenwirken. "War die
Förderung von Stipendiaten bisher vor allem eine Sache
großer Förderwerke und von Großunternehmen, wird das
Deutschlandstipendium nun erstmals attraktiv für Privat-
leute, Alumni und Kleinunternehmen", sagt Oetker.

Aktuelle Recherchen des Stifterverbandes zeigen, dass schätzungsweise die
Hälfte der deutschen Hochschulen sich dem Deutschlandstipendium bereits
intensiv widmet und Kontakte zu Unternehmen und anderen Förderern auf-
gebaut hat oder das Deutschlandstipendium sogar bereits anbietet.

Servicezentrum Deutschlandstipendium (Logo)Bei einem Teil der Hochschulen und
in vielen Unternehmen ist der Bera-
tungsbedarf aber noch groß. Nun hat
der Stifterverband mit Unterstützung
durch das Bundesministerium für Bil-
dung und Forschung sein Service-
zentrum Deutschlandstipendium
gestartet. Dort finden potenzielle
Förderer sowie Hochschulen ab sofort wichtige Informationen rund um
das Deutschlandstipendium und eine qualifizierte Beratung.

Oetker sprach sich außerdem dafür aus, die vielfältigen Initiativen der letzten
Jahre zur Stärkung der Hochschullehre zu bündeln und unter einem Dach zu-
sammenzuführen. "Mit der Idee einer Akademie für Lehre und Studium
liegt ein entsprechender Vorschlag auf dem Tisch. Bund, Länder, Wirtschaft
und private Wissenschaftsförderer sind nun gemeinsam gefordert, die Akademie
ins Leben zu rufen", sagte Oetker. Die Förderung von Innovationen in der Hoch-
schullehre bleibe 2011 ein programmatischer Schwerpunkt des Stifterverbandes.

Mit Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre will der Stifterverband
einen individuellen finanziellen und ideellen Anreiz für das Engagement in der
Hochschullehre schaffen. "Wenn Bund, Länder, Hochschulen und Förderorga-
nisationen sich zu einem gemeinsamen Schulterschluss zusammenfinden,
dann wird davon ein hochschulpolitischer Impuls von großer Wirkung und
langer Dauer ausgehen", so Oetker.