Stifterverband: Deutschlands Forschung fehlen Geld und Köpfe
Aktuelles Heft der Zeitschrift „Forschung & Entwicklung“ analysiert
die Hürden auf dem Weg zum Drei-Prozent-Ziel.
26. Mai 2009
"Forschung & Entwicklung", die Zeitschrift der Wissenschaftsstatistik des Stifterverbandes, beschäftigt sich in ihrer aktuellen Ausgabe mit der Frage, ob es in Deutschland gelingen wird, das Drei-Prozent-Ziel der EU zu erreichen. Denn mindestens drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes sollen die EU-Staaten ab 2010 jährlich in Forschung und Entwicklung (FuE) investieren. Auf dieses ehrgeizige Ziel haben sich die Staats- und Regierungschefs der EU geeinigt.
Doch Autor Lars Klaaßen zeigt in seiner Titelgeschichte: Deutschland hat Schwierigkeiten, dieses Ziel zu erreichen, was aber nicht allein am Geld liegt. Weit bedeutender ist der drückende Fachkräftemangel, der die Innovationskraft hemmt. "Das System ist träge, abrupte Steigerungen der FuE-Intensität sind aufgrund des Faktors Mensch gar nicht möglich", konstatiert beispielsweise der Generalsekretär des Stifterverbandes, Andreas Schlüter.
Trotz aller Probleme sehen weitsichtige Unternehmen in der Rezession auch eine Chance. Firmen wie die Solarworld AG oder die Klebstoff-Experten der DELO GmbH investieren in der Krise erst recht in FuE. Um als erste wieder vorn dabei zu sein, wenn die Talsohle durchschritten ist. Eine Strategie, die auch BASF-Chef Jürgen Hambrecht im Interview empfiehlt.
Weitere Themen des Heftes:
- Die Grenzüberschreiter
Wie ungebrochener Forscherdrang auch bei Widerständen zum Erfolg wird: Die Finalisten des Deutschen Zukunftspreises Bosch, Sennheiser und Schott öffneten Mareike Knoke ihre Labortüren. - Entdecker im Land der Innovationen
Anlässlich des Wissenschaftsjahrs 2009 unter dem Motto "Forschungsexpedition Deutschland" beschäftigt sich Alfred Preuss mit bahnbrechenden Erfindungen der vergangenen 60 Jahre. - Geballte Stärke im deutschen Automotive Valley
In Karlsruhe entwickeln Forscher mit Unterstützung der Daimler AG neue Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Angesichts des Technologievorsprungs anderer Länder ist das dringend nötig, wie Corina Niebuhr herausfand. - Die Wissenschaftsstatistik des Stifterverbandes erhebt regelmäßig Daten zu FuE von Unternehmen. Sie hat dem Heft eine CD mit umfassendem Zahlenmaterial zum FuE-Geschehen in der deutschen Wirtschaft beigelegt.