Web-Umfrage:
Forschende Fachhochschulen
Die traditionellen Unterschiede zwischen Fachhochschulen und Universitäten verschwimmen.
Beide Hochschultypen vergeben inzwischen dieselben Studienabschlüsse. Doch damit nicht genug: Forschungsstarke Fachhochschulen fordern die universitären Platzhirsche heraus. Das gefällt nicht jedem. Was meinen Sie?
Zum Hintergrund:
- Vorsicht Unis, jetzt kommen wir (Unispiegel, 1. Dezember 2011)
- Interview mit Ernst Schmachtenberg (TU9): "Geplant für die Berufsausbildung" (Unispiegel, 30. November 2011)
Stefan Ridder schrieb am 2011-12-09 11:45:24
Was soll die Trennung zwischen UNI und FH... gute wissenschaftliche Bildung zählt... egal wo ich diese erworben habe... der Rest ist überholter Standesdünkel und gehört in die Mottenkiste!!! PS. Bevor Fragen aufkommen: Ich selbst habe an einer UNI studiert!
Unistudierte schrieb am 2011-12-14 16:27:56
Bachelor- und Masterabschlüsse werden an beiden Hochschulen angeboten. Die Absolventen der Fachhochschulen während ihres Studiums den Zugang zu interessanten Forschungsthemen zu verweigern, halte ich für einen volkswirtschaftlich gefährlichen Standesdünkel. Bevor Fragen aufkommen: ich habe mich an der Uni in der Forschung austoben dürfen. Heute lehre ich ab und zu an einer FH. Wenn die Lust auf Wissen und die Neugier auch bei Menschen gefördert würde, die auf dem zweiten Bildungsweg ihre Chance ergreifen - was für ein Potential ließe sich damit erschließen! So lange wir die Bildungschancen in den vorangehenden Schulen nicht vereinheitlicht haben, bietet intensiv mit der Industrie vernetzte Forschung einen guten Nährboden für innovative Ideen. Deutschland besitzt kaum Bodenschätze, sondern seine Stärke ist das Human Capital, also "nur" das Potential der Köpfe. Heute schon ist es häufig unsere einzige Gegenkraft zum dynamisch wachsenden asiatischen Markt. Warum also diese Chance, diesen Trend, der sich gerade herauskristallisiert, künstlich beschneiden? Befähigt nur eine Habilitation zum Denken?
Prof. Dr.-Ing. K. Foppe schrieb am 2011-12-15 11:13:13
Professoren/innen an (Fach-)Hochschulen, die ihre Lehrverpflichtung von 18 SWS wirklich ernst nehmen, haben bei fehlendem akademischen Mittel- und Unterbau leider nur sehr eingeschränkte Kapazitäten für Grundlagenforschung. Dazu bedarf es echter Idealisten/innen, die sich auch von der W2-Besoldung nicht abschrecken lassen. Aber diese Idealisten/innen gibt es! Mit engagierten Studierenden ist auch unter diesen Umständen eine erfolgreiche Forschung möglich. Wünschenswert und hilfreich wären hier neue Formen der Förderung, um auch für "kleinere" Projekte die notwendige Unterstützung möglichst einigermaßen unbürokratisch bereitzustellen, ohne dass die wenige Zeit, die bei dem Lehrdeputat bleibt, nur noch zum Formulieren von Anträgen und nicht mehr zum Forschen reicht. Auch mit kleinen Drittmittelsummen lässt sich viel bewegen und für die Studierenden bedeutet die Teilnahme an vermeintlich kleinen Projekten einen unbezahlbaren Erfahrungs- und Erkenntnisgewinn.