Die Rolle von Stiftungen beim Klimaschutz

Der Klimawandel ist eine der großen Herausforderungen der Menschheit.

Dass Stiftungen beim Klimaschutz eine wichtige Rolle spielen, macht der

StiftungsReport 2011/2012 „Auftrag Nachhaltigkeit: Wie Stiftungen das

Klima schützen“ des Bundesverbands Deutscher Stiftungen deutlich.


Beitrag für "Meinung & Debatte", 19. August 2011


Stiftungen sind in der Lage, aktiv auf relevante Themen hinzuweisen und diese
in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Klimawandel ist ein solches Thema, das auf-
grund seiner großen Komplexität und Vielschichtigkeit nur von allen gesellschaft-
lichen Akteuren gemeinsam angegangen werden kann. Langfristige Strategien,
die sich nicht von partikulären Interessen beeinflussen lassen, Weitblick und Dis-
ziplin sind nötig. Dies widerspricht oftmals klassischer, in Legislaturperioden
denkender Politik und kurzfristigen wirtschaftlichen Einzelinteressen.

Stiftungen sind als Vertreter der Zivilgesellschaft in der Lage, hier ein Gegenge-
wicht zu bieten. Aufgrund ihrer Struktur und Philosophie sind sie auf Langfristig-
keit und Nachhaltigkeit angelegt. Sie können sich über lange Zeit und unabhängig
von politischen Strömungen für die Umsetzung dauerhafter Strategien einsetzen,
Interessenvertreter zusammenbringen, Foren bieten und den Austausch unterein-
ander fördern. Stiftungen mischen sie sich aktiv ein, wenden sich an die Politik
und stellen Forderungen an Wirtschaft und Gesellschaft. Die meisten deutschen
Stiftungen gelten als seriöse Akteure, sie sind glaubwürdig und unabhängig.

Stiftungen können auch als Förderer von Wissenschaft und Umwelt-
technologie helfen, neue Ideen zu entwickeln und in die Tat umzu-
setzen.
Für den Klimaschutz ist die Vermeidung von klimarelevanten Emissio-
nen von zentraler Bedeutung. Doch Anpassungsstrategien sind ebenfalls erfor-
derlich, um die Klimaanfälligkeit zu verringern. Hierbei spielen technische und
naturwissenschaftliche Fragen ebenso eine Rolle wie kultur- und sozialwissen-
schaftliche. Die Förderaktivitäten von Stiftungen umfassen eine große Band-
breite von Themen. Hierzu gehören zukünftige Konzepte der Energieversor-
gung, aber auch die Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz oder
die Nutzung und Aufwertung von CO2-Senken.

Stiftungen fördern Forschungsprojekte und einzelne Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler. Sie können es sich leisten, auch zunächst utopisch erscheinende
Ideen zu unterstützen und sich für Projekte einzusetzen, deren Erfolg ungewiss
ist. Viel zu tun gibt es beispielsweise auf dem Gebiet der Energieeffizienz, denn
durch Effizienzsteigerungen können Kosten gespart und gleichzeitig Ressourcen
geschont werden. Dazu sind große Anstrengungen und Innovationen erforderlich.
Anstrengungen, die sich auf Dauer wirtschaftlich und ökologisch lohnen, für
Unternehmen aber oft mit wirtschaftlichen Risiken verbunden sind. Stiftungen
wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) sind hier fördernd tätig und
greifen innovativen Mittelständlern finanziell unter die Arme.

Doch Stiftungen sehen ihre Aufgabe auch darin, Menschen die Aus-
wirkungen des Klimawandels vor Augen zu führen.
Dabei gilt es, soziale
Folgen zu untersuchen und die kulturellen Voraussetzungen zur Bewältigung
zu betrachten. Dass der Klimawandel vielen Menschen lange Zeit recht gleich-
gültig war, ist auch durch eine unzureichende Kommunikation und "Überset-
zung" des Themas zu begründen. Klimawandel ist somit kein rein technisch-
naturwissenschaftliches Thema, sondern ist längst auch in den Kultur- und
Sozialwissenschaften angekommen.

Stiftungen leisten einen wichtigen Beitrag, wenn es darum geht, Deutschland
langfristig als exzellenten Forschungsstandort zu etablieren. Auch hat Deutsch-
land die Chance, sich zu einem Vorbild für aufstrebende Schwellenländer zu
entwickeln und kann helfen zu verhindern, dass diese die Sünden der Indus-
trienationen wiederholen.

Global gesehen sorgt unser derzeitiger Lebensstil für einen Abbau der ökolo-
gischen Ressourcen – unser Lebensstil ist nicht nachhaltig, sondern geht auf
Kosten unserer Kinder. Die Folgen des Klimawandels werden auf Dauer Geld
verschlingen, das an anderer Stelle fehlt und so die Handlungsoptionen redu-
ziert. Stiftungen widmen sich dieser Problematik, indem sie versuchen, neue
Handlungsweisen zu erleichtern.Themen sind hier nachhaltiger Konsum, Lö-
sungsansätze für einen weniger klimabelastenden Alltag und ein verbesserter
Umgang mit der Natur.

Gerade der Naturschutz hat häufig Legitimationsprobleme, wird er
doch immer wieder als Selbstzweck angesehen.
Ökosysteme überneh-
men jedoch vielfältige Funktionen. Sie filtern Schadstoffe, sorgen für Boden-
bildung oder dienen als Erholungsgebiete. Und sie tragen zum Klimaschutz bei,
denn Kohlenstoffspeicherung und Wasserkreislauf regulieren das Klima. Daher
ist es wichtig, die großen CO2-Senken – Wildnis, Wälder, Moore – zu bewah-
ren und auszuweiten. Der Staat schätzt hierdas Engagement von Stiftungen
und hat ihnen daher große Flächen übereignet, um sie als Naturschutzgebiete
zu bewahren. Die DBU hat beispielsweise über 46.000 ha wertvoller Flächen
des Nationalen Naturerbes übernommen mit dem Ziel, Wildnis entstehen
und Natur Natur sein zu lassen.

Der StiftungsReport zeigt deutlich, dass Stiftungen im Klimaschutz alles andere
als untätig sind, sondern einen wichtigen Beitrag bei der Bewältigung der Her-
ausforderungen des Klimawandels. Sie sind Themenanwälte, Förderer von
Wissenschaft und Umwelttechnologie und helfen bei Umsetzung ökologischer
Ansätze für den Klimaschutz.

Gerhard Kramm schrieb am 2012-02-23 21:14:19

Der obige Beitrag des Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, ist von keiner Sachkenntnis getruebt. Weder ist er mit der Definition vertraut, was Klima bedeutet, noch wie im System Erde-Amosphaere die solare Strahlung umgewandelt wird und in Form von infraroter Strahlung dieses System wieder verlaesst. Nach der Definition der World Meteorological Organisation von 1992 ist Klima als „Synthesis of weather conditons in a given area, characterized by long-term statistics (mean values, variances, probabilities of extreme values, etc.) of the meteorological elements in that area“ zu verstehen. Diese Definition beinhaltet, dass ein globales Klima ein Widerspruch in sich ist, was bereits mit der Klimaklassifikation nach Koeppen und Geiger belegt werden kann. Auf die Bedeutung des griechischen Worts Klima (= Inklination) braucht man dabei gar nicht einzugehen. Diese Definition beinhaltet weiterhin, dass Klima das Ergebnis der statistischen Behandlung von Wetterereignissen ist, die in der Vergangenheit stattfanden, und zwar waehrend einer Zeitspanne von mindestens 30 Jahren. Ein statistisches Ergebnis, was zwangslaeufig auf der Vergangenheit beruht, kann man nicht schuetzen. Betrachten wir die globale Energiebilanz, dann sollten wir uns ein Zitat von Prof. Dr. habil. Heinz Fortak aus seinem Buch Meteorologie von 1971 vor Augen halten: "Der Strahlungsanteil in Hoehe von 3.52 kWh/(m^2 d) (42 %), welcher das System Erde - Atmosphaere effektiv erwaermt, besteht aus der kurzwelligen Strahlungsabsorption in der Atmosphaere und am Erdboden (17 % + 47 % = 64 %) abzueglich des Energiebetrages, der zur Verdunstung des Wassers benoetigt wurde. Der "Kreislauf" der langwelligen Strahlung zwischen Erdoberflaeche und Atmosphaere traegt nicht zur Erwaermung des Systems bei. Die effektive langwellige Ausstrahlung nach oben von 64 % dient zur Aufrechterhaltung des Strahlungsgleichgewichts an der Obergrenze der Atmosphaere."

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